Oper > Repertoire > Idomeneo Idomeneo* Oper von Wolfgang Amadeus Mozart
Dramma per musica in tre atti (1781) Premiere am 30. Januar 2009 Einführung 19:00 | Fr 12.03.10 | 19:30–21:50 | Bühne Abonnement: Fr 4
Auf der Rückkehr aus dem Trojanischen Krieg gerät Idomeneo, König von Kreta, in einen heftigen Seesturm und schließt, um sein Leben zu retten, einen Pakt mit Poseidon: Wenn der Meeresgott die Winde beruhige, würde Idomeneo ihm den ersten Menschen opfern, der ihm an Land begegne. Doch der erste Mensch, den Idomeneo trifft, ist sein Sohn Idamante. Damit bricht für den kretischen König der Sturm, dem er nur knapp entronnen ist, im eigenen Innern los: Kann Poseidon wirklich von ihm verlangen, den eigenen Sohn zu morden? Wem ist er mehr zu Gehorsam verpflichtet – den Göttern oder seiner väterlichen Liebe? Lassen sich die Götter überlisten? Wer sind sie, dass sie grausamer sind als die Menschen selbst? Vom Meer und seinen überbordenden emotionalen Wellen werden außer Idomeneo auch die anderen Figuren des Werkes herumgeworfen: Der junge Idamante, der sich zum ersten Mal in seinem Leben verliebt hat und an der harschen Zurückweisung durch den Vater fast zerbricht; die trojanische Prinzessin Ilia, die zu den Kriegsgefangenen gehört und ausgerechnet den Sohn des Feindes, Idamante, liebt; und die Emigrantin Elettra, die die ganze Rachsucht ihrer blutigen Atridenfamilie zu repräsentieren scheint und dabei doch vor allem gegen ihre bodenlose Einsamkeit kämpft. Keine dieser Figuren wagt es, die eigene Verzweiflung mitzuteilen, alle tragen ihre seelischen Nöte mit sich selbst aus. Erst am Ende beruhigen sich die Stürme der Gefühle, und die Liebe siegt – die Liebe zweier junger Menschen, die sich mit ihrer rückhaltlosen Hingabe füreinander über die brachiale Autorität der alten Welt hinwegsetzen und damit den herrschenden egoistischen Mächten ein Ende bereiten. Im Herbst des Jahres 1780 begann Wolfgang Amadeus Mozart die Arbeit an seiner Oper, die der Münchner Hof beauftragt und ihm dafür das Sujet um den Krieger Idomeneo vorgeschrieben hatte. Mit großer Leidenschaft und unkonventionellem Blick näherte sich der Komponist diesem alten mythischen Stoff und schmiedete ihn in intensiver Auseinandersetzung mit dem Librettisten zu einem packenden musikalischen Drama. Es entstand eine Oper, die die starre Nummerndramaturgie aufbricht und sich einem fließend durchkomponierten Ganzen nähert, eine Oper, die Orchesterklänge zu Gehör bringt, die in ihrer Abgründigkeit bereits den Don Giovanni und das Requiem vorwegnehmen – eine Oper, die in ihrer Musik unaufhörlich und kraftvoll das Meer entfesselt, von dem im Libretto die Rede ist.
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