La traviata
Pressestimmen zu »La traviata«
So nah war uns Violetta noch nie
Ihr [Nicole Chevalier, Anm. d. R.] in der Mittellage dunkel timbrierter Sopran sorgt für passende Schattierungen. Sie lässt Sehnsucht ausschwingen und ist auch dann beredt, wenn sie schweigt. (...) Nicole Chevalier wird hier von einem ausdrucksstarken Ensemble, einem agilen Chor, einem hoch konzentrierten Orchester und einem kompetenten Dirigenten unterstützt, und doch bleibt dies alles eine One-Woman-Show, die aber nie egozentrisch wirkt. (...) Diese »Traviata« hat Herz und Hirn beschäftigt und Verdis Geist nicht beschädigt. Kommt nicht alle Tag vor!
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Oktober 2011 + Opernwelt + Rainer Wagner +
So hat man dieses Werk noch nie gesehen
Eine Frau steht auf der Bühne: zweieinhalb Stunden lang, allein. Zwei Mal knallen Luftschlangen vom Bühnenhimmel, hin und wieder flimmern Zeichen im Hintergrund. Sonst nichts, nur die Intensität einer hervorragenden Sängerin und ebensolchen Schauspielerin: Nicole Chevalier. Sie spielt, nein ist: Violetta in Verdis »La traviata«. So hat man dieses Werk noch nie gesehen, ja, so hat man wohl noch nie eines der Standardwerke des Opernrepertoires erlebt. Und man vermisst nichts, was sonst üblich: wogende Festgesellschaft, bunte Zigeunerinnen-Auftritte, stilisierte Stierkämpfe, Belle Epoche-Säle, Landhaus-Ambiente.
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23.10.11 + Evangelische Zeitung + Detlev Mücke +
Aufregendes Regietheater
Wie man aufregendes Regietheater macht, hat Benedikt von Peter gerade in Hannover in atemberaubender Weise vorgeführt. Dabei hat er bei seiner »Traviata« wirklich alles gemacht, was oftmals die Stücke lädiert: Vom Orchester auf der Bühne, über gesprochene Zwischentexte, sogar eine kleine musikalische Attacke auf Verdi, bis hin zur Verbannung des gesamten Personals (außer seiner Violetta) in die Dunkelheit der Ränge oder ins Foyer. Was bleibt, ist eine erschütternde Ein-Frau-Studie auf der fast leeren Bühne, mit der sie uns aber so nahe kommt, wie es kaum eine ihrer Rollengenossinnen bisher schaffte. Als sie bei ihrer letzten Arie dann auch noch über die Zuschauerreihen klettert, begleitet der Beifall des Publikums die grandiose Nicole Chevalier.
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21.10.11 + Mitteldeutsche Zeitung + Joachim Lange +
Martyrium der Liebe
Es ist geradezu unglaublich, dass man ausgerechnet Verdis »La traviata« auf diese Weise dem nahezu vollzählig versammelten Instrumentarium eines dekonstruierenden Theaters aussetzen und eine derartig unmittelbare Wirkung damit erreichen kann! Wenn man es kann. Denn gegen alle Wahrscheinlichkeit greift diese Traviata sehr schnell ans Herz. Und brennt sich ins emotionale Gedächtnis ein. Und zwar gerade, weil dieses darstellerische Solo – denn genau das ist es – einer grandiosen Sängerdarstellerin nicht von einer naturalistischen Rührseligkeit enthält oder die böse Männerwelt gegen die wahrhaft Liebende antreten lässt. (...) Benedikt von Peter, sein Team und die vokal ideale und darstellerisch schlichtweg grandiose Nicole Chevalier haben sich offenbar so in diese Musik und in diese längst herauf und herunter interpretierte Geschichte vertieft und dabei alle Rezeptionsgewohnheiten vergessen, dass sie selbst erschüttert gewesen sein müssen, was sie dahinter an menschlicher Leidenschaft und Leidenfähigkeit, an Selbstaufgabe und Wahrhaftigkeit, an Martyrium der Liebe fanden. (...) Gregor Bühl am Pult des Niedersächsischen Staatsorchesters gelingt es, Emotionen zu entfachen und dabei eine komplizierte Klanglogistik sicher im Griff zu behalten. Philipp Heos Alfredo überzeugt mit klangschöner Sicherheit als Alfredo ebenso wie Brian Davis als großformatiger Giorgio Germont. Das gesamte Ensemble und der Chor sind in bester Verfassung.
FAZIT: Die gerade angelaufene Spielzeit hat mit dieser »traviata« bereits einen ihrer Höhepunkte. Sie bietet musikalisch und vokal ein hohes Niveau. Sensationell ist die Violetta der Nicole Chevalier – vokal ohne Tadel, darstellerisch rückhaltlos und damit schlichtweg ergreifend. Ebenso überwältigend ist die radikale Inszenierung von Benedikt von Peter. Es straft all jene Lügen, die dem sogenannten Regie- (oder Regisseurs-)theater schon das Totenglöckchen läuten. Man muss es halt nur können und zum Kern der Werke, die man auf die Bühne bringt, durchdringen. Die Oper in Hannover jedenfalls hat sich gleich zum Spielzeitauftakt mit einem Coup zu Wort gemeldet. Bravi!
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17.10.11 + www.omm.de + Joachim Lange +
Stimmungsstarker Saisonauftakt
Das Ergebnis geht dem Premierenpublikum so nah, dass es die Zuschauer, die erst gefesselt und dann befreit sind, am Ende von den Stühlen reißt: Ovationen für Nicole Chevalier, die nicht nur die Titelheldin ist, sondern die Heldin des Abends. [...] Nicole Chevalier spielt kongenial mit all den Möglichkeiten, aber sie gibt dem Gefühl, selbst wenn es Wahn wäre, musikalische Wahrhaftigkeit: »È strano«, es ist seltsam – und schön. Dass ihr Sopran in der Mittellage dunkel timbriert, sorgt für zusätzliche Schattierungen. Sie lässt die Sehnsucht ausschwingen, und wenn dabei die eine oder andere Schwebung sich verschiebt, schmälert das nichts an dieser Glanzleistung. Nicole Chevalier ist auch dann beredt, wenn sie schweigt. [...] Am Ende lässt sich nach einem ungewöhnlichen Opernabend recht einfach Bilanz ziehen mit der Frage: Hat es das Herz berührt, ohne das Hirn zu beleidigen und wurde es der Musik gerecht? Für die Mehrheit wurde die Frage mit Ja beantwortet: Ovationen im Stehen für Nicole Chevalier, Jubel für die Musiker. Ein bemerkenswerter, spannender, stimmungsstarker Saisonauftakt.
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19.09.11 + Hannoversche Allgemeine Zeitung + Rainer Wagner +
Packende Inszenierung des Verdi-Hits: tolles Solo von Sängerin Nicole Chevalier
Wenn man mal erfahren möchte, wie intensiv große Oper heute überhaupt noch sein kann – bei dieser ›Traviata’ ist man richtig. [...] Riesenbeifall für Chor und Orchester, Dirigent Gregor Bühl und die Mitsänger wie Philipp Heo als ausreichend empfindsamer Alfredo und Brian Davis als väterlich-sonorer Germont. Auch vom Applaus her: Soviel Stimmung war lange nicht mehr in der Oper.
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19.09.11 + Neue Presse + Henning Queren +
Zutiefst bewegendes Psychogramm
[Benedikt von Peter] findet einen Inszenierungsansatz, der ohne Umdeutung des Inhalts und ohne in der bei Regisseuren so beliebten Umsetzung der Handlung in die Gegenwart zunächst verblüfft, beim Lesen des Programmhefts ungläubige Skepsis hervorruft und schließlich restlos begeistert. »La traviata« wird zu einem Triumph der Musik, zu einem zutiefst bewegenden Psychogramm und zu einem überragenden Erfolg für Darstellerin der Titelrolle, Nicole Chevalier. Ganz alleine steht sie über zweieinhalb Stunden ohne Pause auf der Bühne in ihrer karg möblierten Wohnung (Bühnenbild Katrin Wittig) und bewegt mit hinreißendem Gesang, glockenrein und ausgeprägt in den Spitzentönen, ungemein anrührend in den dynamischen Schattierungen bis hin zu feinsten Pianissimi in schwindelnden Höhen und mit einer musikalischen Intensität und schmerzlicher Innigkeit, wie man sie wohl nur selten zu hören kriegt. Hinzu kommen differenzierte Darstellungskunst und eine Bühnenpräsenz, die zu Herzen geht. Fantastisch. Stehende Ovationen. [...] Wer wissen will, was Oper emotional wirklich zu leisten vermag, sollte sich diese Aufführung nicht entgehen lassen.
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22.09.11 + Cellesche Zeitung + Hartmut Jakubowsky +
Singuläres Opernereignis
Pausenlose 140 Minuten steht sie alleine auf der Bühne der Staatsoper Hannover und performt einen Monolog, wie er verstörender, aufregender und bewegender kaum sein kann: Nicole Chevalier alias Violetta Valéry macht aus Verdis »La Traviata«, auch dank Benedikt von Peters ungewöhnlicher Inszenierung, ein singuläres Opernereignis. Stehende Ovationen, auch für das Regieteam, am Ende einer denkwürdigen Premiere. [...] Nicole Chevalier spielt nicht nur phänomenal, sie singt auch so. Mühelos setzt sie die anspruchsvolle Partie in Töne und meistert von virtuoser Koloraturkunst bis hin zur existenziellen Dramatik alle Fassetten. Das kann man anders, aber kaum besser singen. Glücklich kann sich die Sängerin schätzen, in einer auf sie zugeschnittenen Produktion, wie man es wohl höchstens einmal in seiner Gesangskarriere erleben darf, so leistungsstark aufblühen zu können. [...] Mit dieser »Traviata« und diesem Ensemble steht die Staatsoper erneut an der Spitze.
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19.09.11 + Weser-Kurier + Markus Wilks +
filigrane Passagen
Gregor Bühl hat das Staatsorchester sicher und straff im Griff, gestaltet die filigranen Passagen ebenso überzeugend wie die deftig-rhythmischen Chorszenen und die dramatischen Ausbrüche.
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20.09.11 + Opernnetz + Christian Schütte +
Regisseur Benedikt von Peter erfindet den Stoff neu
Dass Benedikt von Peter seine Violetta an der Rampe stehend sterben lässt, gibt ihr die Möglichkeit, den sofort auf allen Plätzen ausbrechenden Standing Ovations ins Auge zu schauen. Ein phänomenaler Triumph!
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20.09.11 + Deister- und Weserzeitung + Karla Langehein +