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La traviata*

Oper von Giuseppe Verdi

Libretto von Francesco Maria Piave, nach dem Drama »La Dame aux Camélias« (1852) von Alexandre Dumas d. J., nach seinem gleichnamigen Roman (1848)

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Premiere am 17. September 2011

Wiederaufnahme am 16. Februar 2013

Wiederaufnahme | Einführung 19:00 | Sa 16.02.13 | 19:30–21:50 | Opernhaus

Abonnement: Sa 4b

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»Sola! Abbandonata!« – »Allein und verlassen«: Das sind die Worte, mit denen Violetta Valéry sich selbst beschreibt, nachdem ihr zum ersten Mal in ihrem Leben eine Liebeserklärung unter die Haut gegangen ist. Allein und verlassen – tatsächlich ist das Thema der Einsamkeit von Anfang an ebenso bestimmend für Verdis Oper wie die Krankheit und der Tod. Denn die Liebe scheint in diesem Werk eine monologische zu sein: Kein wirkliches Liebesduett findet zwischen Violetta und Alfredo statt, auch in der behaupteten Idylle des zweiten Aktes erleben wir die Figuren in ihrer Glücksbeschreibung nur getrennt voneinander. Befremdlich schnell lässt Violetta sich außerdem auf die Forderung Giorgio Germonts ein, seinen Sohn aus moralischen Gründen zu verlassen. Ja, fast wirkt es, als exerziere Violetta am eigenen Leib ein Liebesmartyrium, das eine lebbare Liebe gar nicht erlaubt. Violetta führt uns den Prozess einer Entmaterialisierung vor, an deren ende nicht nur ihr Tuberkulosetod, sondern vielmehr ihre Stilisierung zum Engel steht; einem Engel, der für die Idee der Liebe gestorben ist.

 

»Die Lungenwunde ist nur ein Sinnbild, Sinnbild einer emotionalen Wunde«, hatte Franz Kafka anlässlich seiner Tuberkuloseerkrankung in sein Tagebuch notiert. Wie sehr auch Giuseppe Verdi an einer Fokussierung auf die »emotionale Wunde« interessiert war – und wie sehr er sich damit von Alexandre Dumas’ handfester Milieuschilderung entfernte –, zeigt schon die Ouvertüre: Von gläserner, fragiler Transparenz, einem Röntgenbild vergleichbar, nimmt sie das Todesmotiv des dritten Aktes vorweg und suggeriert somit von Anfang an den tödlichen Ausgang des Werks. Die Sekundreibungen offenbaren bereits hier den schmerzhaften Konflikt, der in Violetta gärt. Verdi macht keinen Hehl daraus, dass seine Bearbeitung der Dame aux camélias eine musikalische Seelenbeschreibung, eine Reise ins Innere von Violetta Valéry ist. Folgerichtig geht auch das »Außen« im Laufe der Oper immer mehr verloren. Die Chöre, die Gesellschaft, die »Anderen«, mutieren zu Chimären, die nur noch aus der Ferne zu Violetta dringen. Die Kontaktaufnahme mit der Welt ist misslungen; Violettas einzig wirklicher Partner ist der Gesang.

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Pressestimmen

Leitungsteam

Musikalische Leitung
Gregor Bühl
Inszenierung
Benedikt von Peter
Bühne
Katrin Wittig
Kostüme
Geraldine Arnold
Choreinstudierung
Dan Ratiu
Dramaturgie
Sylvia Roth

Besetzung

Violetta Valéry
Nicole Chevalier
Alfredo Germont
Philipp Heo
Giorgio Germont
Brian Davis
Flora Bervoix
Julie-Marie Sundal
Annina
Hanna Larissa Naujoks
Gastone
Edward Mout
Barone Douphol
Christopher Tonkin
Marchese D'Obigny
Per Bach Nissen
Dottore Grenvil
Daniel Eggert
Giuseppe
Thomas Kubitza
Domestico
Frank Domnick
Commissionario
Jong-Soo Ko

Chor der Staatsoper Hannover
Niedersächsisches Staatsorchester Hannover

Theaterpädagogische Angebote

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* in Originalsprache mit deutschen Übertiteln