Oper > Regieteams > Die Hochzeit des Figaro* Die Hochzeit des Figaro* Oper von Wolfgang Amadeus Mozart Libretto von Lorenzo da Ponte nach der Komödie in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln Premiere am 10. September 2009 Wiederaufnahme am 24. September 2011 Mehr als »hundert bücheln« hatte Mozart nach der Uraufführung seiner Entführung aus dem Serail 1782 durchgesehen: Keines genügte seinen Ansprüchen für eine neue Oper – bis er drei Jahre später auf einen Text stieß, der ihn so inspirierte, dass er sich auch ohne konkreten Auftrag an die Arbeit machte: Beaumarchais’ »Le mariage de Figaro«, ein in ganz Europa diskutiertes Skandalstück, das mit zahlreichen Aufführungsverboten belegt war und 1785 auch in Wien, als Lesestück unter der Hand weitergegeben, die Runde machte. In Zeiten unsicherer Verhältnisse und gesellschaftlicher wie politischer Krisen fürchteten die europäischen Herrscher die Sprengkraft von Beaumarchais’ Komödie, die gespickt war mit bissigen Angriffen auf das Ancien Régime und aggressiver Gesellschaftskritik.
Auch in Mozarts musikalischer Figurenzeichnung ist der revolutionäre Geist der Zeit auf subtile Weise spürbar: Wenn etwa das Dienstmädchen Susanna und die Gräfin im Duett ununterscheidbar wie Freundinnen vereint sind. Oder wenn Susanna den cholerisch aus der Rolle fallenden Grafen mit dessen eigenen Waffen schlägt, indem sie sich eines höfischen Menuetts bedient. Das alte Denken in Schichten und Ständen löst sich auf, auch wenn manche Figur ihr Selbstbewusstsein noch von äußeren
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